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19.02.10 10:46 Alter: 198 days

„Respekt für Mut und Offenheit“

 

Informationsabend Alkoholprävention des 7er Jahrganges der CBS

Besucher der Fleckenbühler beeindrucken Eltern und Lehrkräfte

Die neuesten Statistiken sprechen eine klare, unmissverständliche und besorgniserregende Sprache:

Der Schwalm-Eder-Kreis ist ganz oben! Ganz oben in der Tabelle der Jungendlichen im Alter von 10 – 20 Jahren, die im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch auffällig werden. Die Symptome reichen von Alkoholvergiftungen mit Bewusstlosigkeit, über orientierungslos eingelieferte Kinder bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen nach Kirmes, Party, Konfirmation! Die Wege in die Sucht begännen häufig harmlos in einem sozialen Umfeld, in dem „Saufen“ mit dazugehöre, schildert Christoph von den Fleckenbühlern. Beinahe 10000 Eltern waren der Einladung der Klassenlehrer/innen gefolgt, um sich im Rahmen eines Elternabends zu informieren, ihre Fragen, Sorgen und Ängste auszutauschen und Unterstützung zu finden.

Unterricht und Angebot des Kreises greifen ineinander

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte im fächerübergreifenden Rahmen des Deutsch und PoWi-Unterrichtes bereits eine längere Auseinandersetzung mit der Thematik Alkohol stattgefunden. In enger Absprache koordinierten die Lehrkräfte die Lektüre des Buches „Hau ab, Du Flasche“ und das weitere Vorgehen. Der „Präventionspass Alkohol“ erweitert und vertieft die Auseinandersetzung mit der Problematik Alkohol. Der raschen Reaktion des Kreises auf die neuesten Zahlen ist es zu verdanken, dass an alle Schulen des Kreises dieses Angebot wahrgenommen werden kann. Neben den konkreten Informationen zu den Bausteinen des Programmes waren aber die Besucher des Abends die eigentlichen ungewollten Hauptdarsteller.

In beeindruckender Offenheit und sprachlich präzise berichteten XY1 und XY von ihren Suchtkarrieren, nachdem Herr XY in seinem Vortrag auf die besondere Drogenanfälligkeit pubertierender Jungen und Mädchen hingewiesen hatte.

Die Pubertät erhöht das Risiko

„Ich habe versucht mit meiner Mutter darüber zu reden, immerhin war ich erst 12 Jahre alt und trank bereits regelmäßig. Aber letzten Endes fehlte die Konsequenz bei meiner Mutter. Ich wünschte, dass sie häufiger „Nein“ gesagt hätte.“ Xy stammt aus einer Familie in Norddeutschland. Der Vater Bauingenieur, die Mutter Krankenschwester. „In die Sucht gerätst du auch mit 1 Million auf dem Konto!“, gibt er zu bedenken.

„Die Quelle versiegt nie“

Die Beschaffung von Alkohol sei keine Herausforderung gewesen, schildert XY1 den staunenden Zuhörern. Irgendjemand sei immer über 18 und unaufmerksame Verkäufer gebe es überall. Beide jungen Männer hat der Alkohol dann auch zum Konsum von anderen Drogen gebracht. Die Gründe für den übermäßigen Konsum seien vielschichtig. (nennen mind. 2!!!) Besonders naiv beurteilen die beiden ihren Umgang mit der Gefahr des süchtig Werdens: „Typisch für Süchtige ist zu behaupten, dass man nicht süchtig ist. Genau das habe ich auch getan.“ XY ergänzt: „Ich habe geglaubt, wenn ich süchtig werde, dann kann ich ja einfach wieder aufhören.“

Ein Impuls ist zu wenig!

Die Auseinandersetzung mit dem Thema wird auch nach der Projektwoche weitergehen. Besuche in Hephata und Fleckenbühl sind geplant, der Baustein 4 wird mit der Unterstützung des DRK (?) in den kommenden Wochen durchgeführt. Die Auseinandersetzung wird unseren Kindern auch in Zukunft nicht erspart bleiben.