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23.02.10 14:46 Alter: 194 days

Zwischenfazit des aktuellen Coaching-Projekts an der Carl-Bantzer-Schule

Von: Frau Hilger

Nach dem im vergangenen Sommer für 35 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 das Coaching-Projekt begonnen hatte, wurde nun am 9. Februar 2010 eine Zwischenbilanz gezogen. Dazu trafen sich die am Projekt teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einen Vormittag lang mit Petra Hilger und Dr. Sebastian Renz vom Pädagogisch-Theologischen Institut Kassel in der CBS. Frau Hilger (PTI Marburg) und Herr Renz (PTI Kassel) hatten bereits den Einführungstag in das Coaching-Projekt gestaltet.

Im Zentrum des Vormittags standen der Rückblick auf die vergangenen Monate sowie der Ausblick auf den weiteren Verlauf des Projekts im 2. Schulhalbjahr. Anhand eines Fragebogens und der anschließenden Auswertung wurde schnell deutlich, dass die Schülereindrücke überwiegend positiv waren. So wurde die Arbeit einerseits im Blick auf die 5. Und 6. Klässler als hilfreich und sinnvoll beschrieben und andererseits auch ein eigener Erfahrungs- und Lerngewinn konstatiert. Gefragt war von den Coaches nicht nur fachliche Hilfe, sondern mehrfach auch Ratschläge in privaten Dingen. Mit den Worten: „Ich fand es positiv, dass sich im Laufe des letzten Halbjahres viele der Schüler an mich gewendet haben, auch mit privaten Dingen, dass sie die Hilfe annahmen und nach Tipps gefragt haben“, zieht eine der am Coaching-Projekt Teilnehmenden ein erfreuliches Fazit. Dass Gefühl, helfen zu können und als Helfer auch Ernst genommen zu werden, war für viele Coaches ein wertvoller Erfahrungsgewinn.

Es wurden aber auch Schwierigkeiten benannt – wie etwa der Umgang mit Unruhe und Störungen – und das manchmal intensiv geforderte Engagement thematisiert, das für den Vertrauensgewinn bei den 5. Und 6. Klässlern aufgebracht werden musste. Nun gilt es für die Coaches, ihre gewonnenen Fähigkeiten weiter anzuwenden und auszubauen. In Rollenspielen wurden deshalb noch einmal erlebte Szenen von den Coaches dargestellt und in Auswertungsgesprächen Lösungsstrategien diskutiert. „Noch genauer zuhören und hinschauen“, war etwa eine spontan formulierte Zielrichtung für die Arbeit im 2. Halbjahr.

Anhand eines im Anschluss bearbeiteten Textes wurde deutlich, dass es wichtige ist, immer wieder auf die Stärken der Schüler einzugehen, die sich an einen Coach wenden, und an angebrachter Stelle Lob zu äußern. Um einen ähnlichen Effekt zu erzielen wie durch Tadel oder Kritik, ist die 3 bis 4 fache Anzahl von lobenden Äußerungen nötig. Abschließend übten sich die Coaches an der Formulierung von Ich-Botschaften, die insbesondere im Konflikt- oder Störungsfall in einer Arbeitsgruppe hilfreich sind.

Erfreulich war, dass die Jugendlichen die betreuenden Lehrkräfte als sehr unterstützend erlebt haben. Dies ist umso mehr zu begrüßen, als das Projekt den neuen Schülern an der Schule hilft, sich zu Recht zu finden und gleichzeitig den Coaches wichtige Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen ermöglicht. Das Coaching-Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag für soziales Lernen.