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23.02.10 14:47 Alter: 194 days

Lehrerinnen und Lehrer der Carl-Bantzer-Schule bilden sich weiter zum Thema „Sport macht Schule – Schule in Bewegung“

Von: J. Alter

Ende Januar fand in der CBS die Fortildung „Sport macht Schule – Schule in Bewegung“ statt. Dieses Fortbildungsangebot galt nicht nur den Sportlehrerinnen und –lehrern, sondern wurde im Rahmen einer Gesamtkonferenz verbindlich vom gesamten Kollegium durchgeführt.

Noch vor der eigentlichen Fortbildungsveranstaltung stellten Schulsportleiter Jens Alter und Sportkollegin Renata Wiegratz Bewegungsangebote und –möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler vor, die in der Vergangenheit an der Carl-Bantzer-Schule geschaffen wurden.

Hierzu gehören u. a.:

- das bewegungsorientierte Ferienprogramm in den Sommerferien

- die Fitnesstage für die Klassen der Jahrgangsstufe 9 (Besuch eines Fitnessstudios)

- der Tanzworkshop an einem Wochenende im Winter

- der Spielgerätepark auf dem Schulgelände (mit erlebnispädagogischer Orientierung)

- der Spielepool (Spieleausleihe für alle Schüler in den Pausen)

- das Spielefest für die Klassen der Jahrgangsstufen 5 + 6 im Winter

- die Schulsporttage (Bundesjugendspiele mit anschl. Klassenwettkämpfen)

- die 3. Sportstunde für die Klassen 5 – 8

- der Hochsprungwettbewerb im Sommer

- die Tischtennis-Minimeisterschaften

- das Pausensportangebot (angeleiteter Sportunterricht in den langen Mittagspausen)

- die Spielekisten für die Jahrgangsstufen 5 + 6

- die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens im Rahmen des Sportunterrichts

- die Abnahme der Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold

- das Bewegungsangebot im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung

- der Fitness-Test auf dem Schulgelände für den Jg. 7

- die SV-Turniere im Fußball und Basketball

- der Hochsprungwettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Jg. 9+10

Herr Alter verwies darauf, dass die folgende Fortbildung dazu dienen soll, auch Bewegungsanlässe für den Fachunterricht im Klassenraum anbieten zu können. Dies mache den Unterricht nachweislich effektiver, da die Schülerinnen und Schüler durch Lernen mit gleichzeitigen Bewegungsaufgaben schneller und besser lernen sowie den Lernstoff wesentlich länger behalten würden. Dies sei ein weiterer Beitrag zum Leitziel “Mehr Bewegung in der Schule“.

Die Referenten Frau Claudia Fröhlich-Koch vermittelten den Teilnehmern zu Beginn der Veranstaltung einen theoretischen Hintergrund zu der Frage, warum Bewegungsanlässe im Unterricht (nicht nur im Sportunterricht) sehr wichtig sind. Hierbei wurde immer wieder auf den bestehenden Bewegungsmangel unserer Schülerinnen und Schüler hingewiesen, was die Referentin auch in Form aktueller Studien belegten.

Z. B. zeigen diese Studien, dass 1/3 aller Sechsjährigen unter Muskel- und Haltungsschwächen leiden. Weiterhin kommen Defizite wie Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, Übergewicht, Kreislaufschwäche und emotional-soziale Störungen hinzu. Besonders das folgende Zitat von Internist Prof. Dr. M. MIDDEKE beschreibt diese Phänomen noch dramatischer: „Erstmals in der Geschichte werden Kinder dieser und zukünftiger Generationen vor ihren Eltern sterben“ (M. MIDDEKE, Frankfurter Rundschau, 20.12.2007). Als einziges „Gegenmittel“ gegen diese Entwicklung nannten beide Referenten den Sport in jeglicher Art. Gestützt wurde diese These noch durch das Zitat von Prof. Dr. W. HOLLMANN: „Es gibt kein Medikament und keine Maßnahme, die einen vergleichbaren Effekt hat wie das körperliche Training. Gäbe es ein solches Medikament mit solch hervorragenden Wirkungen und quasi ohne Nebenwirkungen, wäre jeder Arzt gehalten, es zu verschreiben“ (Prof. Dr. med, Dr. h. c. W. HOLLMAN, 2003, Präsident des Deutschen Sportärztebundes).

Die Bewegungswelt unserer Kinder habe sich in den letzten 20 Jahren enorm verändert, und nicht zuletzt auf Grund der enormen „Mediatisierung“. Gemeint ist damit der der starke Einsatz der neuen Medien wie PC, Internet, Handy und Fernsehen. 70% der Mädchen und 77% der Jungen zwischen 3 und 13 Jahren sehen jeden Tag bis zu 108 Minuten fern. Jedes dritte Kind in den alten Bundesländern, und in den neuen sogar jedes zweite Kind, hat ein eigenes TV-Gerät im Kinderzimmer. Diese Fakten lieferte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2002.

Sportliche Bewegung in allen Formen beugt aber nicht nur den o. g. physiologischen Bewegungsmangelerscheinungen vor. Sie dient auch in besonderem Maße der Persönlichkeitsentwicklung, steigert das Selbswertgefühl und Selbstbewusstsein eines Kindes und fördert enorm das Lernen sozialer Regeln und die Sozialkompetenzen. Bewegung und Sport können zur Entstehung sozialer Bindungen beitragen und durch all die bereits genannten Wirkungen die Integration eines jeden einzelnen Kindes sowie das gesamte Schulklima verbessern.

Am Fortbildungstag haben die Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Aufgabenstellungen selbst festgestellt, dass man Lernstoff, welchen man in Bewegung gelernt hat, besser behält. Sport fördert somit auch das kognitive Lernen. Unser Gehirn verknüpft Lerninhalte mit gleichzeitig eintreffenden Körpersignalen, wodurch die Lerninhalte dauerhafter abgespeichert werden. Vermutlich werden die Lerninhalte auf diese Weise doppelt codiert – motorisch und kognitiv – und können danach schneller und sicherer wieder aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden. Sportliche Betätigung fördert – wie jede Art von Bewegung – die Gehirnreifung. Bewegungsreize sind daher für das Gehirn Wachstumsreize. Außerdem verbessert Sport die Sauerstoffversorgung des Gehirns und dadurch die Konzentrationsfähigkeit.

All die genannten Wirkungsweisen von Sport und Bewegung brachte das Kollegium schnell zur Einsicht, das sich unsere Schüler noch mehr bewegen müssen. Im Praxisteil brachten die Referenten dem Kollegium der CBS näher, wie sich Bewegungsanlässe im Unterricht schaffen lassen. Es wurden erprobte Bewegungseinheiten vorgestellt und durchgeführt, die direkt an der Stoffvermittlung einzelner Fächer ansetzen. Die vorgestellten Spiel- und Bewegungsangebote waren variabel und jederzeit altersangemessen einsetzbar, ohne dass zusätzlicher Material- und/oder Raumbedarf im Unterricht entstand. Besonders für die Bereiche Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen waren viele Spiel- und Übungsformen relevant, aber auch Bewegungseinheiten für übergreifende Fächerangebote wurden dargestellt.

Durch die theoretischen und praktischen Inhalte dieser Fortbildungsveranstaltung bekamen die Kolleginnen und Kollegen einen Überblick darüber, wie sich Bewegung in den Unterricht im Klassenraum integrieren lässt. Viele Lehrerinnen und Lehrer äußerten die Absicht, diese Bewegungselemente in ihren Unterricht einfließen zu lassen und waren gespannt auf die Ergebnisse. Somit kommt unseren Schülerinnen und Schülern eine weitere „Portion“ an Bewegung zugute, was sich gesundheitsfördernd auswirkt.