Vom 15. bis 22. Februar 2010 war eine Gruppe von 8 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9 zusammen mit ihren Lehrern Frau Rode und Herrn Rohstock zu Gast an unserer finnischen Partnerschule in Pälkeene.
In aller Herrgottsfrühe traf sich die kleine Abordnung der CBS am Treysaer Bahnhof, um mit dem ersten Zug zum Frankfurter Flughafen zu gelangen. Der Frühzug war eine gute Entscheidung, denn am Airport war im wahrsten Sinne des Wortes “die Hölle los“. Obwohl nicht alle Fluggäste das Ziel Helsinki hatten, mussten wir uns in eine Schlange von mindestens 250 Wartenden einreihen.
Die Sicherheitskontrollen hinter uns lassend, lagen dann nochmal gefühlte 2 Kilo-meter zum Gate vor uns. Verspätung hatte der Flieger zu allem Überfluss auch noch, denn das Winterwetter hatte Frankfurt fest im Griff. Gegen 10.00 Uhr verließen wir den sicheren Heimatboden und hoben in Richtung Skandinavien ab.
Nach 2 Stunden und 20 Minuten und einer Stunde Zeitumstellung landeten wir sicher auf finnischem Boden( der um viele Grade kälter war) und wurden von Elena, einer finnischen Kollegin und Juha, unserem Busfahrer, in Empfang genommen. Mehr als zwei Stunden Busfahrt lagen vor uns und so waren alle überaus glücklich, als ein Zwischenstopp bei“ Hessburger „! eingelegt wurde. Hessburger – die finnische Antwort auf Mc Donald.
Auf der Fahrt erhielten wir einen ersten Eindruck von der herrlichen Landschaft, die sich uns entlang des Weges bot. Tief verschneite Wälder, zugefrorenen Seen, bunte Holzhäuser mit schneebedeckten Terrassen und die unendliche Weite der skandinavischen Taiga.
In Pälkeene angekommen warteten die Gastgeber schon ungeduldig auf ihre deutschen Freunde. Die Wiedersehensfreude war groß, denn seit der ersten Begegnung im September in Schwalmstadt war eine lange Zeit vergangen. An diesem Nachmittag gab es ganz viel zu erzählen und natürlich auch zu staunen. Es galt schließlich ein Zuhause für die nächsten Tage kennenzulernen und die ersten Bekanntschaften mit der finnischen Sauna zu schließen.
Der erste Tag im fremden Land war ganz und gar dem Schulalltag gewidmet. Großes Staunen auf Seiten der deutschen Schüler !! Eine Unterrichtsstunde in Pälkeene ist 75 Minuten lang! Alle Schüler ziehen im Klassenraum die Schuhe aus! Keine Gruppe hat mehr als 18 Schüler ! Viele Schüler erhalten die Hefte und Stifte von den Lehrern. Das Mittagessen wird schon ab 11.00 Uhr eingenommen und ist für jeden Schüler kostenlos. Die Lehrer werden mit dem Vornamen und mit „DU“ angesprochen! Jeder Klassenraum (einschließlich der Küche) ist mit einem Beamer und vielen anderen Medien ausgestattet. Die Liste des Staunens nahm kein Ende und gipfelte dann im gemeinsamen „Floorball-Spielen“, das den Schülern der CBS viel Freude bereitete und nach anfänglichen Schwierigkeiten auch erfolgreich war.
Für Mittwoch, den 17. Februar stand die wunderschöne Stadt TAMPERE auf dem Programm. Noch zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben die rauchenden Schornsteine der Stadt den Beinamen „ Manchester des Nordens“ gegeben. Beherrscht wird die Stadt vom Wasser, genauer gesagt von der Tammerkoski-Stromschnelle. Gerade mal 500m ist sie lang und trennt die Stadt in zwei Teile. Tatsächlich erinnert die Topographie aus der Luft an eine riesige Sanduhr.
Somit war es auch nicht verwunderlich, dass unser erster Besuch etwas mit Wasser zu tun hatte. Wir besuchten das Delfinarium im Funpark Särkänniemi. Die Vorstellung fand eigens für uns statt und die gelehrigen Schwimmer zeigten ein wunderbares Repertoire. Die Digitalkameras klickten um die Wette, denn jeder wollte die besten Aufnahmen ergattern.
In Särkänniemi besuchten wir noch das Planetarium und ein Aquarium, wo viele Blicke besonders von einem trägen Leguan angezogen wurden. Während einer anschließenden Stadtrundfahrt durch das herrlich verschneite Tampere erfuhren wir interessante Neuigkeiten aus der 200 000 Einwohner zählenden skandinavischen Metropole. Selbst mitten in der Stadt konnten wir Wald sehen und viele Langläufer beobachten.
Spannend wurde es am Donnerstag in der Schule-. Die Abiturienten kamen in farbenprächtigen Kostümen zu ihrem letzten Schultag vor den schriftlichen Prüfungen. Es gab allerhand Spaß, als die Lehrer und Schüler mit roten Herzchen bemalt durch das Schulhaus liefen . Den Höhepunkt bildete ein buntes Treiben in der Sporthalle. Unter viel Beifall liefen einige Lehrer der Schule einschließlich des Direktors über den „CATWALK“, nahmen an Sportspielen teil oder ließen sich von ihren Schülern für verschiedenste Verdienste (Lieblingslehrer) auszeichnen.
Die finnischen und deutschen Schüler nahmen an diesem Vormittag auch von der Küche Besitz und produzierten in Gemeinschaftsarbeit die wunderbarsten Köstlichkeiten aus der finnischen Spezialitätenküche. Vom Rentierfleischauflauf bis zu süßen Teilchen reichte die Palette.
Diese Leckereien wurden am Abend gemeinsam verspeist. Wir trafen uns ( bei -24 Grad!!!!) in einem Haus am See und verbrachten den Abend mit Spielen, Riesenfußball, Sauna, Musik und Grillen von Würstchen oder Mashmellows .
Am letzten Schultag bot sich uns eine weitere Besonderheit des finnischen Schullebens. Die Abiturienten, die noch am Vortag als Punk, Banane oder Che Guevara verkleidet waren, erschienen an diesem Freitag in festlichster Kleidung und präsentierten der Schulgemeinde einen „rauschenden“ Balleindruck. Seit Dezember hatten die Schüler verschiedenste Tänze einstudiert und stellten nun ihr Können bei Walzer, Foxtrott oder Square-Dance unter Beweis.
Nach diesem beeindruckenden Vormittag durften wir einen weiteren Höhepunkt unseres Aufenthaltes am Nachmittag erleben Die Eltern einer finnischen Schülerin führen eine Straußenfarm.
Wir konnten diese Riesenvögel, aber auch Galloway-Rinder, Wildschweine, Rentiere und Fasane beobachten. In einer Grillhütte wärmten wir uns am offenen Feuer auf . Das tat besonders gut, denn die finnischen Temperaturen hatten es in sich. Das Thermometer kletterte auch an diesem Tag nicht über -20 Grad.
Nach einem erlebnisreichen Wochenende, das die Schüler individuell in ihren Gastfamilien verbrachten, hieß es dann am Montagmorgen leider Abschied nehmen. Trotz des begonnenen Streiks der Lufthansa landeten wir am Montag, den 22.Februar sicher in Frankfurt In unserem Gepäck befanden sich zahlreiche Geschenke, unendlich viele Eindrücke und auf den Kameras sicher Hunderte der schönsten Aufnahmen von einem „echten“ finnischen Winter.