
Blick von oben in die Ausstellung. Die Rückläufigkeit wird mit zwei Spielzeugeisenbahnen und einer LASER-Projektion auf die Sternbilder demonstriert. Von der Decke bis ins Erdgeschoss schwingt das Foucaultsche Pendel und weist die Erdrehung nach.

Dr. Reiner Euler beim Vortrag im Atrium der CBS.
Rund dreißig Astronomiebegeisterte kamen am Mittwoch, den 10.3.10 ins Atrium der Carl- Bantzer- Schule, um einen Vortrag von Dr. Reiner Euler aus Gießen zu hören.
Vor Beginn des Vortrags hatten die Besucher Gelegenheit, sich eine kleine im Physikunterricht der Klassen 10G, 9G und 9H entstandene Astronomie-Ausstellung anzusehen. Demonstriert wurde die Entstehung von Finsternissen, ein überraschend anschauliches Modell zur Erläuterung der Rückläufigkeit der Planeten und ein Pendelversuch nach Foucault.
Eulers Thema war vor allem die antike und die moderne Gnomonik. "Gnomon" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Schattenwerfer. Die Schattenwerfer dienten gleichermaßen als Mittagsweiser wie auch als astronomisches Instrument und taten besonders bei Sonnenuhren nützliche Dienste. Anhand der antiken Sonnenuhren verdeutlichte Dr. Euler, dass die heute gängige Zeitmessung ein menschliches Konstrukt ist, die keine natürliche Grundlage hat, sondern vielmehr eine vereinbarte Konvention ist. So beginnt ein neuer Tag um 12:00 nachts und eine Stunde hat im Sommer wie im Winter 60 Minuten. In einer sehr anschaulichen Powerpoint- Präsentation wurde eine Vielzahl verschiedenster Sonnenuhren aus aller Welt präsentiert. An der weltweiten Verbreitung und am Alter der Sonnenuhren lässt sich erschließen, wie wichtig es den Menschen in allen Epochen der Erdgeschichte war, die Zeit zu messen und so ihrem Leben eine zeitliche Struktur zu geben. Durch seinen mitreißenden Vortrag gelang es Dr. Euler eine Reihe von Erkenntnismomenten beim interessierten Publikum zu generieren und dessen Neugierde auf astronomische Zusammenhänge weiter zu entfachen. Etwas Leichtigkeit in den letztlich auch sehr anspruchsvollen Abend brachten die gesanglichen Beiträge von Michael Brauer mit Johannes Becker am Klavier. Und so versank zum krönenden Abschluss bei Capri die rote Sonne musikalisch im Meer und alle machten sich gut informiert und beschwingt auf den Nachhauseweg.